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2014 / Gaswerk Augsburg Machbarkeitsstudie

"Neues Gaswerk"

Im Januar 2014 wurde eine neue Studie zur Machbarkeit kultureller Nutzungen im Gaswerk Augsburg vorgestellt. Hierzu nehmen wir wie folgt Stellung:

  • Eine kulturelle Nutzung des Gaswerks ist zu begrüßen. Diese Idee wurde im Gegensatz zu heutigen Behauptungen schon seit etwa 2002 formuliert. (Konkret 2004)
  • Die Erhaltung möglichst aller Bausubstanz ist zu begrüßen.
  • Der unbedingte Einbau von Räumen in den Scheibengasbehälter (Gaskessel) ist widersinnig. Der Einbau von Räumen in das Ofenhaus ist im vorgelegten Konzept viel zu teuer und aufwändig.
  • Der Um- bzw. Ausbau der Tauchgasbehälter erscheint schlüssig.
  • Die geplanten Neubauten stehen grobschlächtig in der Gegend. Sie verletzen die Kleinteiligkeit der Gaswerksbauten.
  • Die schräge Achse durchs Gelände ist städtebaulich wenig sensibel. Sie widerstrebt der orthogonalen, campusartigen Anlage.
  • Der bedeutende Baumbestand spielt in dem Konzept fast keine Rolle.
  • Eine überregional-stadtgeographische Untersuchung fehlt völlig.

 

Wir beschäftigen uns schon seit 2003 mit dem Gaswerk Augsburg-Oberhausen und haben als Antwort auf die vorgestellte Studie eine eigene Machbarkeitsstudie erstellt, die wir in den Ring der Zukunftswerkstatt werfen werden. Alle oben dargelegte Kritik können wir detailliert untermauern.

Hier eine Chronik zum Thema Kultur im Gaswerk bzw. Industriekultur des Gaswerks:

1999:     Ausstellung "Industriearchitektur in Bayerisch-Schwaben" im Architekturmuseum Schwaben: Präsentation bestehender und leider abgerissener industriearchitektonischer Schätze. Darunter auch das Städtische Gaswerk Oberhausen.

2002:     Das Theater Augsburg lagert im Gaswerk Requisiten: Schon allein die surreale Kombination aus Gaswerksmaschinen und Theaterrequisiten hatte schon damals jeden Besucher davon überzeugt, dass ins Gaswerk Kultur einziehen kann und muss.

2003:    Ausstellung: Industriekultur mit Zukunft? im Architekturmuseum Schwaben. Im Katalog: "Industriekultur mit Zukunft? Das Gaswerk Augsburg-Oberhausen" von Heidemarie Hurnaus und "Gedanken zur Umnutzung des Augsburger Gaswerks" von Dr. Barbara Wolf.

2003-4:  Kulturhauptstadt-Bewerbung: Das Gaswerk spielt eine Hauptrolle in der Präsentation Augsburgs. Es wird fotographisch (Werner J. Hannappel) auf dem Niveau des Rathauses präsentiert. Die Künstlerin Magdalena Jetelová schlägt eine Lichtkunstinstallation zum Gaswerk vor.

2004:     Zweite Architekturwoche: Prof. Dr. Karl Ganser hält einen Vortrag zum Gaswerk und seinem Potenzial. Im kleinen Scheibengasbehälter findet ein durch TEAM-A-3 organisiertes Konzert experimenteller Musik („Scapha“) statt. Außerdem gibt es Führungen durch das Gaswerk.

2005:     Gründung des Vereins der Gaswerksfreunde (durch O. Frühschütz, C. Z. Müller, C. Biber und M. Vodermayer).

2006:     Machbarkeitsstudie Businesscenter Mechatronik, (TEAM-A-3): Es wurde damals allen Ernstes überlegt, den großen Gaskessel zu verschrotten – mit Duldung der Denkmalschutzbehörden! Das war kein Spaß, ein Bauwerk, das man lieb gewonnen hat, im eigenen Entwurf als obsolet darzustellen!

2007:     Machbarkeitsstudie und Popularisierungskampagne durch Prof. Dr. Karl Ganser + TEAM-A-3: „Gaswerk. Standort für Handwerk, Kunsthandwerk und Kunst“ und seither jährlich kulturelle Events in fast allen Gebäudeteilen des Gaswerks und im Freigelände.

2008:     Einbau eines Foucaultschen Pendels im Gaswerk. Einbau einer Orgelinstallation (Jürgen Scriba)